DonauradwegReisen

Linz – St. Nikola

Etappe 3 – 66,7 km

War ja eigentlich klar: Die 50 Kilometer gestern liefen viel zu glatt, also musste heute die Retourkutsche kommen.

Aber zuerst gab es Frühstück im Apartment. Weil wir noch abspülen mussten, waren wir letztlich auch nicht früher aufbruchsfertig als am Vortag. Also kamen wir etwas später los, obwohl heißes Wetter vorhergesagt war. Die Temperaturen sollten sich aber überhaupt nicht als das Hauptproblem erweisen. Stattdessen wurden wir, kaum dass wir Linz verlassen hatten und wieder auf einem breiten Radweg auf dem Damm unterwegs waren, von heftigem Gegenwind überrascht. Und der sollte leider den ganzen Tag anhalten. Das ist eben das Risiko, wenn man keinen Rundkurs fährt, sondern nur in eine feste Richtung unterwegs ist. (Die hohen Temperaturen waren allerhöchstens insoweit ein Problem, als wir durch den kühlen Wind den aufziehenden Sonnenbrand gar nicht bemerkten.)

Die einzige Entspannung vom Wind gab es, wenn die Strecke mal von der Donau abzweigte – was auf dieser Etappe zugegebenermaßen etwas öfter passierte. Dann ging es zwischendurch durch kleine Wäldchen oder ruhige Ortschaften.

Die erste längere Vesperpause machten wir in Mauthausen, und schon recht bald danach folgte die größere Mittagspause an einem Campingplatz in Au an der Donau. Eigentlich etwas zu früh, da wir noch nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter uns hatten. Aber auf der Karte sah es so aus, als wäre das die letzte Einkehrgelegenheit für eine ganze Weile.

In der Tat führten die nächsten 10 Kilometer nach dem Stopp wieder über einen Deich mit viel Gegenwind. Nach dem Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen zweigte die Strecke dann glücklicherweise wieder von der Donau ab.

Es ging über Felder, wo wir uns an einem kleinen Selbstbedienungsladen noch eine kurze Pause gönnten.

Inzwischen hatten wir schon 60 Kilometer in den Beinen, als wir Grein erreichten – die letzte größere Stadt vor unserem Ziel.

Ein kurzer, aber knackiger 13-prozentiger Anstieg auf einen Deich gab Elias dann den Rest. Nach einer kurzen Erholungspause erledigten wir in Grein schnell den Einkauf, da wir wieder ein Apartment mit Küche gebucht hatten und ohnehin kein Restaurant in der Nähe war. Und Radfahrer brauchen nach so einem Tag schlicht Pasta!

Heute trennte sich dann auch die Spreu vom Weizen, was die Qualität der Übernachtungsauswahl angeht – zumindest was die Lage betrifft. Unsere Unterkunft lag in einem kleinem Ort noch einmal 5 Kilometer hinter Grein, direkt in einer bekannten Donauengstelle, dem sogenannten Strudengau. Hier verengt sich das Tal dramatisch, und die Felsen ragen nah an den Fluss heran. Hätten wir vor dem Buchen einen Donauradweg-Führer studiert, hätten wir gewusst, dass der Radweg auf der Nordseite genau auf diesem Nadelöhr kurzzeitig endet. Für zwei, drei Kilometer mussten wir deshalb direkt auf der engen Bundesstraße im LKW-Verkehr fahren, um unser Übernachtungsziel zu erreichen. Mit Sicherheit die unangenehmste Stelle der ganzen Tour.

Obwohl der Ort winzig war, mussten wir die Unterkunft erst einmal suchen. Nach der Apartment gestern in Linz war das heute wieder eine klassische Old-School Ferienwohnung. Statt Anonymität mit digitalem Check-in gab es einen sehr persönlichen Empfang vom Vermieter: mit Fruchtsaft und Marmelade aus dem eigenen Obstgarten sowie selbstgemachtem Kuchen als Betthupferl.

Was es mir nur umso peinlicher machte, dass mein Radler-Schweiß beim Ausfüllen des Anmeldeformulars direkt auf das Papier tropfte.

Ansonsten haben wir es an diesem Tag nicht mehr geschafft, etwas von der Gegend zu erkunden. Dafür war aber die Unterkunft absolut in Ordnung, sehr gepflegt und wunderbar ruhig gelegen – abgesehen von der Bahnstrecke im Ort. Da die Bahnübergänge hier unbeschrankt sind, kündigte sich der Zug selbst nachts noch mit lautem Pfeifen an.

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