Tulln – Wien
Etappe 6 – 37,0 km
Die große Herausforderung war gestern bewältigt. Die letzte und kürzeste Etappe war wie früher bei der Tour de France eigentlich nur noch die Tour d’honneur.

Hätten wir nicht spätestens um 10 Uhr aus der Jugendherberge auschecken müssen, hätten wir morgens wahrscheinlich noch mehr getrödelt.
Aber auch unterwegs ließen wir uns auf den Rädern heute spürbar mehr Zeit als sonst. Das war allerdings überhaupt nicht der Grund dafür, dass wir am heutigen Tag häufiger überholt wurden als an allen anderen Tagen zusammen. Es war schlicht Sonntag, und die Strecke entpuppte sich als die absolute Haus- und Trainingsstrecke aller Wiener Hobby-Rennradfahrer – besonders auf den ersten zehn Kilometern, die wieder über einen schnurgeraden, breiten Deichweg führten. Das gewohnte Verhältnis von E-Bikes zu Rädern mit reinem Muskelantrieb war heute auch völlig auf den Kopf gestellt.

Eine kleine Bergwertung bauten wir spontan und freiwillig beim Stift Klosterneuburg ein – auch wenn wir dort letztlich gar nicht so wahnsinnig viel besichtigten.

Die Wiener Skyline kam von dort schon in Sicht.

Im Anschluss lag dann endlich mal eine richtig gute Radler-Einkehr direkt am Weg. Wir waren in den Tagen zuvor zwar schon an einigen attraktiven Einkehrmöglichkeiten vorbeigekommen, aber zeitlich hatte es bisher schlicht nie gepasst. Heute gönnten wir uns nun endlich ein paar wohlverdiente Snacks am Donaustrand.

Und dann waren wir plötzlich auch schon in Wien! Mangels eines klassischen Ortsschildes muss die Donau als Kulisse für unser persönliches Triumphfoto herhalten.

Ein bisschen Rumgekurve später waren wir am Hotel. Das hatte aus irgendeinem Grund ein Rio de Janeiro-Theming. Wobei es genauso gut ein Regenwald-Theming hätte sein können – jedenfalls ertönte auf den Fluren ununterbrochen neckisches künstliches Vogelgezwitscher vom Band. Warum wir genau das Hotel gebucht hatten, war uns im Nachhinein selbst ein bisschen rätselhaft. Nicht, dass es ein Reinfall gewesen wäre, aber eine richtige Klimaanlage im stickigen Zimmer wäre schon hilfreich gewesen. Das Hotel war sich dessen offensichtlich bewusst und so fanden wir direkt ein mobiles Klimagerät und einen Ventilator vor. Ein richtiger Ersatz war das aber nicht. Am Ende war es wahrscheinlich einfach der günstige (?) Übernachtungspreis. Auf das teure Hotelfrühstück verzichteten wir die nächsten Tage jedenfalls und nutzten stattdessen die vorhandene Küche plus einen nahen Supermarkt.
Damit endete unsere Radtour, die uns an 6 Tagen über insgesamt 327,6 Kilometer von Passau bis nach Wien geführt hat. Wir haben es geschafft – und sind im Ziel am Ende auch alle zu Recht ein kleines bisschen stolz auf uns!
