Haibach – Linz
Etappe 2 – 50,3 km
Nach dem frühen Schlafengehen gestern klingelte der Wecker heute schon um sieben. Nach einem guten Frühstück lief das Packen schon deutlich routinierter als am Vortag.

Das erste Teilstück nach Aschach war klasse: Im Anschluss an die Schlögener Schlinge schlängelt sich die Donau hier durch enge, bewaldete Täler, in denen außer dem Radweg nichts Platz hat.

Für uns das bisherige Highlight der Tour (was im Rückblick eigentlich auch bis Wien so blieb).

Nach Aschach änderte sich die Landschaft komplett. Die Donau wurde breiter und der Radweg verlief flach auf dem Damm. Wir kamen zwar schnell voran, aber landschaftlich wurde es etwas monotoner.

Dieser Art von Weg würden wir noch öfter begegnen – einen wichtigen Nachteil davon lernten wir allerdings erst morgen kennen.

Mit ein paar kurzen Vesperpausen erreichten wir schneller als gedacht die Fähre bei Ottensheim. Eine ziemlich interessante Konstruktion, mit der wir wieder auf die Nordseite des Flusses wechselten.

Nach ein paar kurzen Fotos vom malerischen Ortskern ging es auf die letzten 10 Kilometer Richtung Linz. Die ersten Kilometer davon waren recht ätzend, da es nur einen schmalen Radweg direkt an einer stark befahrenen Schnellstraße gab.


Die letzten Meter wurden wieder besser und so erreichten wir Linz schon kurz nach eins. Erster Stopp war die obligatorische Linzer Torte, da wir nicht sicher waren, ob wir unser Apartment schon beziehen konnten. Obwohl wir der Meinung waren, im selben Café wie vor sechs Jahren zu sitzen, schmeckte der Kuchen zwar gut, sah aber nicht mehr so „originalgetreu“ aus wie früher. Billig war er auch nicht.


Danach ging es zum Apartment. Es lag sehr zentral, war aber komplett unpersönlich organisiert: Per E-Mail bekam man die Codes für Tür und Schlüsselbox. Dafür war es super stylisch und hatte praktischerweise eine Waschmaschine für die Wäsche sowie einen Fahrradkeller (auch wenn man jedes Rad einzeln per Fahrstuhl hinunterbringen muss). Etwas ungewöhnlich war auch, dass das schicke Restaurant im Erdgeschoss das Treppenhaus und den Keller als eine Art Erweiterung seiner Küche nutzte.

Da das Ars Electronica Center nur noch kurze Öffnungszeiten hatte, machte ich mich mit den Jungs zügig auf den Weg dorthin. Es war nicht das letzte Mal in diesem Urlaub, dass wir vor einem Museum stehen, das schon um 17 Uhr schließt. So etwas artet schnell in Stress aus, wenn man vorher noch eine komplette Radetappe beenden muss. Die meiste Zeit im Museum verbrachten wir dann im beeindruckenden 8K-Projektionsraum. Danach ging es noch schnell zum Supermarkt: Wenn wir schon eine Küche haben, nutzen wir das auch aus – das ist schlicht billiger, als jeden Tag essen zu gehen.
Insgesamt waren wir heute bei weitem nicht so geschlaucht wie gestern.

Abends wollten wir uns noch die Beleuchtung des Ars Electronica Centers ansehen. Im Fahrstuhl hatten wir gelesen, dass unser Gebäude eine Dachterrasse hat. Der erste Versuch scheiterte allerdings, weil uns im Aufzug der Code dazu fehlte. Keine 5 Minuten später bekam ich den Code zur Dachterrasse per Mail zugeschickt. Alles nur Zufall oder hat man uns beobachtet?
