ReisenSardegna

La Ciaccia

Die Abfahrt um 1:15 hinderte die Crew unserer Fähre nicht daran schon um 6:30 die Weckdurchsage durch die Kabinen zu jagen. Viel Schlaf war also nicht in dieser Nacht.

Immerhin erfolgte der Weckruf gerade rechtzeitig, um an Backbord einen ersten Blick auf das Capo Testa (von uns besucht in diesem Blog-Eintrag) zu erhaschen. An Steuerbord hätte sich dann eigentlich Bonifacio (auch das haben wir schon besucht – aber ohne Blog-Eintrag) zeigen müssen, aber Korsika versteckte sich zu diesem Zeitpunkt dezent hinter Wolken.

Natürlich galt es nun wieder die Zeit zu überbrücken, bis wir unser Ferienhaus beziehen konnten. Zum Glück waren es nur 25 Minuten von unserem Fährhafen in Porto Torres bis nach Sassari, der zweitgrößten Stadt Sardiniens.

Und dort hatten wir dann auf der Piazza d’Italia gleich mal ein zweites Frühstück und erlebten sofort die Gemütlichkeit, wegen der wir so gerne auf Sardinien sind.

Anschließend erkundeten wir auch noch ein bisschen die Altstadt.

Bevor wir dann langsam mehr in Richtung unserer Unterkunft aufbrachen.

Mit etwas Vesper im Gepäck ging es auf der Strada Buddi Buddi zur Bau Bau Beach, wobei wir dort feststellten, dass uns eigentlich mehr nach Schatten war und den Aufenthalt dort ziemlich kurz hielten.

Ein letzter Zwischenstopp noch vor unserem Ziel beim Roccia dell’Elefante (ich glaube nicht, dass ich übersetzen muss was das heißt), dem angeblich meistfotografierten Felsen auf Sardinien. Außerdem wirklich ziemlich genau auf unserer Strecke gelegen, was immer unheimlich praktisch ist, wenn man ein Sightseeing-Ziel so schnell abhaken kann.

Aber nun war es endgültig Zeit unser Ferienhaus zu beziehen. Wir mussten es nur erstmal finden. Der Anfahrtsplan, den wir zusammen mit dem Schlüssel an der Rezeption eines örtlichen Hotels abholen konnten, hätte uns nämlich gegen ein Einbahnstraßenschild und durch einen viel zu schmalen Fußweg gelotst. Stattdessen gaben wir es irgendwann mal auf, unsere Unterkunft mit dem Auto zu finden, und setzten unsere Suche (letztlich erfolgreich) zu Fuß fort. Wobei das Problem auch dadurch entstand, dass hier alles nicht so gerade war – weder Straßen noch Häuser, denn die gesamte Ferienhaussiedlung war im traditionellen sardischen Costa-Smeralda-Stil errichtet worden.

Wobei in diesem Fall „traditionell“ bedeutet, dass diese Architektur in den 1960er Jahren beim Bau des Luxusorts Porto Cervo erfunden wurde. Aber es ist wirklich schön, so etwas auch mal zu bewohnen – und wenn es auch nur für eine Woche ist.

Überhaupt zeigte sich hier mal wieder die Überlegenheit von Ferienhäusern gegenüber Mobilheimen. Nicht nur wegen der Ästhetik, sondern vor allem wegen dem Platz. Und wenn man den Übernachtungspreis auf die Nacht umrechnet, dann war das hier nicht teurer als unser Campingplatz in Rom.

Die Küchenausstattung war zwar auch nicht so arg viel besser als in unserem Mobilheim, aber dafür gab es eine moderne Klimaanlage und weil die Ferienhäuser einem netten Deutschen gehören, gab es sogar deutsches Satellitenfernsehen. Haben wir allerdings nur zum Fußballschauen genutzt und selbst das war ein zweischneidiges Schwert, denn Elias war im Champions League Endspiel ganz klar für Arsenal.

Trotz Platz im Haus sind im Urlaub meistens die Terrassen das Wichtigste und von denen hatten wir sogar zwei: einmal die Gartenterrasse zum Essen…

…und dann noch eine Dachterrasse zum Sonnenuntergang genießen.

Am Ende des Urlaubs haben wir allerdings festgestellt, dass wir von unserem Ort, La Ciaccia, nicht wirklich viel gesehen haben, da sich die Ferienhaussiedlung am Ortseingang befand und weiter als bis zum kleinen Supermarkt bzw. der Rezeption sind wir in dem Örtchen gar nicht gekommen. Der ganze Ort war nämlich eine Sackgasse. (Abgesehen vom Strand, aber der kommt erst im nächsten Kapitel.) Also kann ich gar nicht sagen, ob das ein „richtiger“ Ort war oder ob dass alles nur Ferienhäuser waren.

Das einzige größere Ereignis dort war noch die Schafschur, die an einem Tag auf der Wiese neben unseren Ferienhäusern stattfand. Aber die Schafe schienen dabei nicht sonderlich glücklich zu sein und irgendwie hatte ich mir ein richtig einheimisches sardisches Fest spektakulärer vorgestellt.

Nichtsdestotrotz ein Ort, den wir auf jeden Fall zum Ferien machen weiterempfehlen würden.

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